Pädophile und Pädophilie

und Varianten: Päderasten, Ephebophile, Neoterophile, Lolita-Liebhaber etc.

Wer ist pädophil, wer nicht, und was bedeutet das?

Zusammenfassung: pädophil = pädosexuell = sexuelle Lust an/mit Kindern

Beispiel: wer Lust an Kinderpornos hat, der weist eindeutige Merkmale pädophiler Neigungen auf

Pädophile Neigungen schließen sich nicht mit anderen sexuellen Neigungen wie Hetero- oder Homosexualität aus

Als Betroffener, der neben der eigenen Mutter auch von Pädophilen (im engeren Sinne) sexuell missbraucht wurde, ist mir dieses Thema nicht egal. Immer wieder tauchen im Internet Artikel auf, in denen über Definitionen und Begriffe wie "Kinderschänder" oder "Pädokriminelle" gestritten wird. Insbesondere wird versucht zu "beweisen", dass "echte Pädophile" keine Kinderschänder seien und dass "Pädophilie" und "Pädokriminalität" angeblich sich gegenseitig ausschließende Begriffe seien. Die Mehrheit der Pädophilen würde keine Gewalt anwenden.

Formale Betrachtung / Argumentation

Die Verfechter dieser Thesen beschweren sich über einen euphemistischen (= schön redenden) Sprachgebrauch, wonach es falsch sei, wenn man beispielsweise den Begriff "pädophile Priester" verwende, um pädokriminelle Aktivitäten zu beschreiben. "Echte Pädophile" seien von der ursprünglichen Wortbedeutung her keine Pädokriminellen, und man täte ihnen durch diesen angeblich "verlogenen" und euphemistischen Sprachgebrauch Unrecht. Die ursprüngliche altgriechische Bedeutung von "pädophil" sei "Liebe zum Kind", was im engeren sexualwissenschaftlichen Sinne bedeute, dass Erwachsene besonders oder nur durch Kinder oder Jugendliche erotisch angezogen oder sexuell erregt werden. Wer Kinder wirklich liebe, der könne sie gar nicht missbrauchen! Daher seien Pädophilie und Kindesmissbrauch sich gegenseitig ausschließende Begriffe.

Im folgenden werde ich aufzeigen, dass diese Art von Argumentation vollkommenen Unsinn darstellt.

Wortbedeutungen

Von der reinen Wortbedeutung aus dem Griechischen her bedeutet "pädophil" einfach nur "kinderfreundlich", "kinderlieb" oder "Kindern zugeneigt".

Aus dieser ursprünglichen Wortbedeutung folgt nicht, dass eine sexuelle Identifikation oder sexuelle Aktivität vorhanden sein muss.

Die mögliche Übersetzung des griechischen "philos" als "Liebhaber" (unter mehreren anderen Übersetzungsmöglichkeiten) impliziert nicht, dass dies sexuell gemeint sein muss. Ansonsten müssten "Philatelisten" ihre Briefmarken auf sexuelle Weise lieben oder für sexuelle Handlungen benutzen. "Frankophil" (Umgangsbedeutung: an Frankreich / französischer Kultur interessiert) dürfte sich jemand nur dann nennen, wenn er mit einer Französin oder einem Franzosen im Bett war oder entsprechende sexuelle Phantasien hatte. Einem Philosophen zu unterstellen, er würde seine Gedankengänge aus sexuellen Motiven heraus entwickeln, wäre schlichtwegs unakzeptabel.

Es ist also ein Unsinn, mit dieser angeblichen ursprünglichen Wortbedeutung zu argumentieren.

Von der wirklichen altgriechischen Wortbedeutung her bin auch ich sowie die Mehrheit der Bevölkerung "pädophil", beispielsweise wenn ich mit meinen Kindern in einen Freizeitpark gehe oder ihnen ein Eis spendiere.

Was bedeutet "pädophil" in der heutigen Umgangssprache und in der heutigen Fachsprache?

Ganz einfach: mag Sex mit Kindern.

Hierbei ist es (wie bei jeder anderen Art von Sex auch) vollkommen egal, ob dieser Sex mit Kindern in Gedanken oder real stattfindet -- oder beides.

Welchen Sinn soll diese Bedeutungs-Verschiebung zwischen realer altgriechischer und heutiger Bedeutung haben?

Ganz einfach: diese Bedeutungs-Verschiebung ist von Pädophilen selbst als Eigen-Bezeichnung erfunden worden. Diese Verschiebung erlaubt Täter-Lobbyisten, Pädophile als etwas "besseres" oder "edleres" darzustellen, als sie wirklich sind.

Daraus ist zu folgern: die Verwendung des Begriffs "pädophil" für sexuelle Handlungen und Phantasien mit Kindern, die von Pädophilen ja auch selbst betrieben und sogar gefordert wird, stellt einen Euphemismus im Sinne der oben genannten Pseudo-Argumentation dar. Der Begriffsbestandteil "phil" schließt nämlich bereits in der Begriffsbildung eine mögliche Schädlichkeit von Sexualität mit Kindern aus und verdreht damit die inzwischen nachgewiesenen Fakten.

Dennoch wird der Begriff "pädophil" sowohl in der Umgangssprache als auch von Sexualwissenschaftlern zur Bezeichnung sexueller Handlungen oder Phantasien verwendet (Oberbegriff: Paraphilie). Der Begriff "pädophil" hat sich also in der praktischen Verwendung durchgesetzt, obwohl es auch besser passende Begriffe wie "pädosexuell" gegeben hätte, die sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt haben.

Bedeutungs-Verschiebungen gegenüber einer Ursprungs-Bedeutung kommen bei vielen (Fachwort-)Begriffen vor und sind im Allgemeinen weder ungewöhnlich noch prinzipiell zu beanstanden. Im speziellen Fall der "Pädophilie" ist eine Beanstandung zwar möglich, aber in der Praxis wenig erfolgreich und sinnvoll. Der Begriff hat sich bereits durchgesetzt. Er wird durchgängig anstelle des besser passenden "pädosexuell" verwendet.

Genau deshalb darf man allerdings nicht mit der ursprünglichen altgriechischen Wortbedeutung argumentieren.

Wer dies trotzdem tut, der betreibt eine Schönrednerei dessen, was Pädophilie wirklich ist, und er betreibt damit Täter-Lobbyismus.

Halten wir fest: der Fachbegriff "pädophil" dient zur Kennzeichnung eines sexuellen Verhaltens oder einer sexuellen Orientierung.

Spezialfall: psychiatrische Definition

Es gibt mehrere verschiedene psychiatrische Definitionen von Pädophilie als psychiatrischer Störung. Diese sind naturgemäß meist enger als sexualwissenschaftliche Definitionen und umfassen daher nicht alle Menschen, die pädophile Neigungen aufweisen.

Eine knappe Definition der Pädophilie als psychiatrische Störung findet sich bei Fiedler: "Pädophilie (...) bezeichnet im strengen Sinne das psychische Unvermögen von Erwachsenen zu sexuellen Beziehungen mit anderen Erwachsenen und/oder mit dem Verlangen, solche Beziehungen mit Kindern aufzunehmen."

Weitere und teilweise detailliertere Definitionen der Pädophilie als psychiatrische Störung finden sich im DSM-IV-TR 302.2 und im ICD-10 F65.4. Es gibt jedoch viele weitere Definitionen in verschiedenen Wissenschafts-Zweigen; in allen geht es jedoch immer um eine bestimmte Sexualpräferenz.

Hinweise (können auch übersprungen werden): man muss sich im Klaren sein, dass es selbst innerhalb der Sexualwissenschaft im Detail verschiedene Definitionen der Pädophilie gibt. Viele Definitionen begrenzen die Pädophilie auf geschlechtsunreife Kinder bzw auf eine Schutzaltersgrenze von unter 14 Jahren, andere beziehen auch Jugendliche mit ein. Für Sex mit Jugendlichen durch wesentlich ältere Erwachsene werden teilweise auch andere Begriffe wie Päderastie, Ephebophilie oder Neoterophilie (sowie viele weitere) verwendet, wobei die Begriffe Päderastie bzw Ephebophilie manchmal (nicht immer) nur für männlich-homosexuelle Neigungen gebraucht werden. Für weibliche (geschlechtsreife) Jugendliche sind die Begriffe "Lolita" sowie "Mädchenfrau" gebräuchlich; weitere gängige Begriffe aus diesem Umfeld sind "Lolita-Liebhaber" und "Lolitakomplex".

Im Internet benutzen Pädophile neben englischen Begriffen wie "preteen", "mini-girls", "underage" und andere, die sich eindeutig auf geschlechtsunreife Kinder beziehen, jedoch auch die Begriffe "Lolita" und andere als Deckbezeichnung für geschlechtsunreife Kinder (beiderlei Geschlechts), obwohl sie sich eigentlich (theoretisch) nur auf geschlechtsreife Kinder beziehen. Manche Autoren (s.u. Literatur) mutmaßen, dass dies vor allem zur Tarnung und zum Entzug vor der Strafverfolgung geschieht. Andere pädophilen-freundliche Autoren ziehen in der Öffentlichkeit gegen diese ihrer Ansicht nach falschen Überschneidungen und Vermischungen der Begriffe zu Felde und legen Wert auf feinste Unterscheidungen, denen sie offenbar enorme Bedeutungen zumessen. Durch unterschiedliche Begriffe wird versucht zu suggerieren, es handele sich bei diesen Varianten sexueller Orientierung um vollkommen verschiedene Dinge.

Hiergegen habe ich gewichtige Einwände: es sind auch Begriffe aus dem Grenzgebiet zwischen geschlechtsreifen und geschlechtsunreifen Kindern wie "12y" in Gebrauch. Dieses und andere Anzeichen wie z.B. Selbstdarstellungen einiger Pädophiler belegen, dass es offenbar weite Überschneidungen bei den Sexualpräferenzen tatsächlich gibt. Vor diesem Hintergrund macht ein detailliertes Klassifikationssystem in verschiedene Haupt-Paraphilien nach dem Unterscheidungskriterium der Geschlechts(un)reife wenig Sinn; am ehesten lässt sich diese Vielfalt noch durch Unterklassen mit Überschneidungen beschreiben.

Man sieht also: bei den Begriffsbildungen herrscht sowohl in der Literatur als auch im Sprachgebrauch verschiedener Interessengruppen ein ziemliches Chaos. Neben einer Inflation von Begriffen gibt es Streit um deren Definitions-Varianten und Auslegung. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt dieses Chaos jedoch kaum eine Rolle: die Pädophilie dient hier meist als vereinfachender Oberbegriff für alles, was strafbar ist oder bei realer Ausführung entsprechender Phantasien strafbar wäre und dabei eine größere Altersdifferenz zwischen Täter und Opfer aufweist.

Einige pädophilen-freundliche Internet-Publikationen behaupten, Pädophilie sei ausschließlich eine sexuelle Orientierung; pädophiles sexuelles Verhalten solle man im Unterschied dazu als pädosexuell bezeichnen. Durch diese angeblich fundamentale begriffliche Unterscheidung soll suggeriert werden, dass "echte" Pädophile angeblich nur platonische Freundschaften zu Kindern pflegen (sie also auf keinen Fall missbrauchen) würden, während Gelegenheits-Kinderliebhaber wie z.B. familiäre Inzest-Täter die Hauptverantwortlichen für sexuellen Missbrauch von Kindern seien (und daher nicht mit der gleichen Bezeichnung "pädophil" bezeichnet werden dürften). Die weiter unten vorgestellte Modellierung des Aktivitätsgrades ist zur Erfassung der Unterschiede zwischen Gelegenheits-Pädophilie und (im anderen Extrem) u.U. sogar professionalisierter Pädophilie besser geeignet als das ständige Einführen weiterer Begriffe oder das Umdefinieren verschiedener bereits vorgeschlagener Begriffe, über deren Verwendung nach wie vor keine Einigkeit herrscht. Die schrittweisen und manchmal auch fließenden Übergänge zwischen Gesinnung und real ausgeführten Taten lassen sich mit der weiter unten vorgestellten Kategorisierung ebenfalls besser darstellen. Vor allem sind beide Parameter voneinander unabhängig, was durch die Täter-Forschung klar belegbar ist.

Im Psychiatrie-Wesen gibt es enger gefasste Definitionen der Pädophilie als sexuelle Störung im Sinne von ICD-10 Abschnitt F65.4 sowie DSM-IV Abschnitt 302.2. Diese psychiatrischen Diagnosen können nur bei Nachweis bestimmter diagnostischer Kriterien vergeben werden und umfassen mit Sicherheit nicht alle Menschen, die eine (phasenweise oder auch zeitlich andauernde) mehr oder weniger stark ausgeprägte pädophile sexuelle Orientierung aufweisen. Eine derartige Einschränkung in psychiatrisch-klinische Kontexte ist für unsere gesellschaftspolitische Diskussion weniger gut geeignet, da sie wesentliche Aspekte der gesellschaftlichen Verbreitung pädophilen Gedankenguts nicht berücksichtigt.

Die Tatsache einer möglichen psychiatrischen Relevanz sollte dem Leser verdeutlichen, dass Pädophilie nicht einfach als harmlose Marotte abgetan werden kann.

Kategorisierung / Täter-Karrieren

Um die Debatte um Begriffe wie "pädokriminell" oder "sexuelle Devianz" auf ein sachlicheres Fundament zu stellen, unterscheide ich die folgenden Gruppierungen von erwachsenen Menschen, ohne den Gruppen zunächst irgendwelche Namen zu geben. Die Unterscheidung ist in einer anderen Dimension viel feiner als sie bisher in der Debatte oftmals getroffen wurde. Die Kategorisierung erfolgt nach dem hypothetischen Maß der tatsächlichen Verhältnisse, also nicht nach dem, was irgendjemand über diese Verhältnisse weiß oder behauptet, sondern rein danach, ob diese Verhältnisse in der Realität zutreffen.

  1. Mag Kinder auf ausschließlich nicht-sexuelle Art
  2. Hat sexuelle Phantasien mit bzw. sexuelle Interessen an Kindern, übt diese aber nicht aus
  3. Übt sexuelle Handlungen mit Kindern aus, ist aber bisher nicht erwischt worden
  4. Übt sexuelle Handlungen mit Kindern aus, ist erwischt, aber nicht angezeigt worden
  5. Übt sexuelle Handlungen mit Kindern aus, ist erwischt und angezeigt, aber nicht verurteilt worden (z.B. Freispruch mangels Beweisen)
  6. Übt sexuelle Handlungen mit Kindern aus, ist erwischt und angezeigt und rechtskräftig verurteilt worden

Wer einmalig oder sehr sporadisch einen sexuellen Traum hatte, in dem Kinder eine Rolle spielten, wird deswegen noch nicht die Klasse 1 verlassen haben. In die Klasse 2 gehört nur, wer sich mit einer gewissen Nachhaltigkeit auf der Sexualphantasie-Ebene mit Kindern beschäftigt und daraus eine sexuelle Stimulation bezieht.

Das Vorhandensein weiterer Sexual-Präferenzen wird von dieser Kategorisierung nicht berührt; auch wenn jemand pädophile Interessen nur als relativ selten ausgeübte Nebeninteressen hinter andere sexuelle Hauptinteressen stellt, so kann er dennoch bis in die Klasse 6 gelangen. Die zahlreich bekannt gewordenen Fälle von Gelegenheitstätern, die meist nur im direkten sozialen Nahraum von Kindern aktiv sind, belegen dies. Analog dazu kann man auch von "Gelegenheitspädophilen" der Kategorie 2 sprechen.

Ich modelliere daher den Aktivitätsgrad pädophiler Interessen als weiteren, von dieser Kategorisierung unabhängigen Parameter, beispielsweise auf einer gedachten Skala von 0% bis 100%. Mit diesem Parameter ist es möglich, auch sporadisch auftretende pädophile Nebeninteressen darzustellen. Im langfristigen Verlauf einer Persönlichkeitsentwicklung sind mit dieser Systematik auch Änderungen des Aktivitätsgrades darstellbar.

Anmerkung zur Begriffsbildung: wenn man in der Umgangssprache sagt "jemand ist ein Pädophiler", dann wird damit indirekt zum Ausdruck gebracht, dass Pädophilie eine seiner Hauptinteressen darstellt (Zuschreibung eines Persönlichkeitsmerkmals durch Benutzung von "sein"). Analog dazu wird beispielsweise von einem Erwachsenen, der nur gelegentlich homosexuelle Handlungen mit anderen Erwachsenen ausübt, normalerweise nicht behauptet, dass er deshalb ein Homosexueller ist. Trotzdem übt er homosexuelle Handlungen aus, d.h. er hat homosexuelle Interessen, wenn auch mit einem geringeren Aktivitätsgrad. Wenn man hier unbedingt das Wort "sein" anstatt "haben" verwenden möchte (obwohl es problematisch ist), dann könnte man z.B. Begriffe wie "Gelegenheitshomosexueller" oder "Bi-Sexueller" oder ähnliches benutzen; diese Begriffe sind jedoch teilweise holprig und wenig präzise. Übertragen wir diese Analogie auf pädophile Interessen: die Verwendung von "sein" im Zusammenhang mit dem uneingeschränkten Begriff "Pädophiler" blendet einen Teil der Realität aus und sollte deshalb vermieden werden. Große Teile der Sprachverwirrung rund um das Thema Pädophilie kommen von einem laxen Sprachgebrauch in der Umgangssprache, der zu Schwarz-Weiß-Kategorisierungen in "pädophil" und "nicht-pädophil" neigt und diese wie feststehende Persönlichkeitsmerkmale ohne Zwischenstufen behandelt.

Dieser Fehler lässt sich mit dem Konzept des Aktivitätsgrades vermeiden. Jemand hat also lediglich pädophile Interessen, und zwar mit einem bestimmten Aktivitätsgrad.

Die Klasse 3 bildet eine Fortsetzung der Klasse 2, da es im Normalfall (bei geistig halbwegs gesunden Menschen) nicht möglich ist, dass jemand eine sexuelle Handlung ausführt und daraus sexuelle Stimulation gewinnt, ohne diese durch seine Verstandestätigkeit und damit folglich auch in seiner Phantasie wahrgenommen zu haben. Sex spielt sich immer auch im Kopf ab!

Konsequenz: mit diesem logisch klar belegbaren (und auch seitens der Wissenschaft durch Nachweis der neuronalen Aktivierungsmuster bei sexuellen Handlungen empirisch belegten) Argument widerspreche ich Behauptungen von Täter-Lobbyisten und anderen, bei Gelegenheits-Inzest mit Kindern durch Verwandte handele es sich nicht um Pädophilie - sondern ich modelliere diesen Fall durch einen geringeren Aktivitätsgrad.

Es gibt außer dem unterschiedlichen Aktivitätsgrad keinerlei logisch begründbaren Unterschied im Hinblick auf die sexuellen Aspekte derartiger Handlungen.

Auch ein missbrauchender Familienangehöriger macht Sex mit Kindern, er übt also pädophile Handlungen aus!

Dies ist auch an folgender Überlegung ersichtlich: wenn sich statt "pädophil" der besser passende Begriff "pädosexuell" im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hätte, müsste man darüber nicht diskutieren, weil es selbstverständlich wäre. Gelegenheits-Missbrauch von Kindern ist einfach deshalb als pädosexuell zu bezeichnen, weil es sich im wörtlichen Sinne um Sex mit Kindern handelt. Für entsprechende Phantasien (Kategorie 2) gilt dies genauso.

Hierzu ein Analog-Beispiel: niemand käme auf die Idee, gelegentliche homosexuelle Experimente eines ansonsten heterosexuell agierenden Erwachsenen nur deshalb nicht als homosexuell zu bezeichnen, weil er ansonsten überwiegend heterosexuell orientiert erscheint. Weshalb werden pädophile Eskapaden in einer weit verbreiteten Wahrnehmung nicht als das gesehen und behandelt, was sie wirklich sind?

Die von der wörtlichen Bedeutung her (s.o.) inkorrekte Begriffswahl "pädophil" an Stelle des besser geeigneten "pädosexuell" suggeriert im Kontext von Gelegenheits-Missbrauch, es ginge nicht oder nur nebenbei um Sexualität mit Kindern, was aber falsch ist. Genau darum geht es auch bei Kindesmissbrauch durch Verwandte! Anstatt sich dies anzusehen, wird unnötigerweise auf eine angebliche innere Einstellung des Täters fokussiert, die von außen praktisch nicht überprüfbar ist (im Unterschied zu seinen Handlungen).

Die Klassen 3 bis 6 unterscheiden sich nicht durch die Art der ausgeübten sexuellen Handlungen, sondern lediglich durch den Umgang mit derjenigen Person, die diese Handlungen vorgenommen hat. Die Klassen 3 bis 5 stellen im Wesentlichen ein Feinmodell der sogenannten "Dunkelziffer" dar.

Weitere Verfeinerungen des Modells sind möglich, beispielsweise wenn jemand angezeigt worden ist, aber bisher noch kein richterliches Urteil gesprochen wurde oder wenn dieses noch angefochten werden kann. Zwischen den Klassen 2 und 3 kann man weiterhin noch eine Zwischen- oder Unterklasse 2a einführen, bei der es bereits zu strafbaren Handlungen wie dem Besitz von Kinderpornographie gekommen ist (auch wenn dieser noch nicht aufgefallen sein mag; für die Aufgefallenen kann man eine weitere Klasse 2b einrichten).

Die Zuordnung dieser Kategorien zu den verschiedenen Begriffen wird je nach Lobby- und Interessen-Richtung anders gehandhabt. Die folgende Tabelle ist als Beispiel zu sehen, wie solche Zuordnungen von Vertretern verschiedener Richtungen typischerweise vorgenommen werden; im Einzelfall mag es auch andere Zuordnungen geben.

Umgangssprache Pädo-Vertreter Frauenbewegung Reales Faktum
Pädophil 3 - 6 nur 2 2 - 6 2 - 6
Pädokriminell 5 - 6 nur 6 4 - 6 3 - 6
Kinderschänder nur 6 nur 6 5 - 6 3 - 6

Wenn man ein reales Faktum nicht oder nicht genau kennt, wird man im Regelfall mit der Begriffs-Zuordnung vorsichtig umgehen. Daher ist zu erwarten, dass nicht alle Begriffs-Zuordnungen den realen Fakten genau entsprechen, sondern jeweils nur einer Teilmenge davon. Je mehr plausible und evidente Informationen vorhanden sind, desto näher kann eine Zuordnung an der Realität liegen, ohne das Risiko einer Fehleinschätzung allzu stark in die Höhe zu treiben. Einige wenige reale Fakten sind meist recht genau erhebbar, beispielsweise die Zugehörigkeit zu Klasse 6, sowie Eigen-Aussagen zur Zugehörigkeit zu Klasse 2. Weiterhin lässt ein Fund von kinderpornographischem Material die Zugehörigkeit zu Klasse 2 oder höher sehr evident erscheinen.

Dennoch gibt es in obiger Tabelle teilweise erhebliche Unterschiede in der Bewertung.

Wenn man die Frage stellt, welche der Zuordnungen am weitesten von der Realität entfernt sind, dann ist diese Frage leicht zu beantworten: viele Pädophilen-Vertreter leugnen nicht nur, dass sexuelle Phantasien und der Begriff "Pädophilie" keine destruktiven Handlungen an Kindern ausschließen, sondern sie thematisieren (zumindest in der öffentlichen Darstellung) die Kategorien 3 bis 5 kaum bis gar nicht. Einige tun so, als gäbe es diese Kategorien gar nicht (Aufspaltung in "gute" = "echte Pädophile" und "böse" = "verurteilte Sexualstraftäter" durch Ignorieren der Zwischenstufen)

Häufig propagierter Bullshit

Mit Hilfe verdrehender Darstellungen behaupten pädophilen-freundliche Autoren und andere Täter-Lobbyisten immer wieder, nicht jeder sogenannte "Kinderschänder" (Kategorie 6) sei ein Pädophiler. Demnach müsste jemand, der gerichtsfest nachgewiesene sexuelle Handlungen mit Kindern begangen hat, an eben diesen seinen eigenen Handlungen keinerlei sexuelles Interesse gehabt haben (Merkmal der Kategorie 1)! Natürlich gibt es unterschiedliche Grade sexuellen Interesses, diese ändern aber nichts an der Frage, ob pädophile Phantasien vorhanden sind oder nicht Auch bei Vorhandensein geringer Grade an pädophilen Gedanken ist die Einordnung in Kategorie 2 notwendig, da Kategorie 1 nicht mehr in Frage kommt; eine Modellierung dieser Frage ist mit dem unabhängigen Parameter des Aktivitätsgrades möglich. Hier geht es um genau das andere Extrem: Zu behaupten, dass jemand trotz nachgewiesener real ausgeführter pädophiler Handlungen keine entsprechenden pädophilen Gedanken oder Phantasien habe oder gehabt habe, zeugt von heftigen Verzerrungen und Verdrehungen der Realität.

Ein weiteres Problem wird von Pädophilen-Vertretern und anderen Täter-Lobbyisten ebenfalls nicht korrekt dargestellt: in welche Kategorie fällt jemand, der zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird? Nach den realen Verhältnissen handelt es sich um eine (relativ kleine) Teilmenge von 1 und 2; bezeichnen wir sie mit 1' und 2'.

Wenn jemand in einem Missbrauchs-Strafprozess freigesprochen wurde, dann gehört er in eine der Kategorien 1', 2' oder 5. Viele Sex-mit-Kindern-Befürworter tun aber so, als gäbe es die Kategorie 5 gar nicht und als sei ein jeglicher Freispruch ein klarer Beweis für die generelle Unrechtmäßigkeit von Anschuldigungen.

Ein Beispiel für die Nachweis-Problematiken sind die von Täter-Lobbyisten immer wieder zitierten sogenannten "Wormser Prozesse": in der Meinungsschlacht um die Vorgänge aus dem Großraum Worms wird oftmals herausgestrichen, dass dabei Unschuldige des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und angeklagt worden sind (wofür angeblich der Kinderschutz die Verantwortung tragen soll, was aber nicht stimmt), sondern es wird in Übersteigerung davon sogar von "erwiesener Unschuld" gesprochen. Auch wenn ich in meiner eigenen Analyse dieser Vorgänge zu der Schlussfolgerung komme, dass die damals angeklagten Eltern nicht nur unschuldig gewesen sein müssen, sondern obendrein einem höchst perfiden Doppelspiel und einer bis heute nicht aufgearbeiteten Gesamt-Dynamik (deren wahre Urheber / Anheizer man endlich klar erkennen und benennen sollte) zum Opfer gefallen sein müssen: in der o.g. Form ist die Behauptung "erwiesene Unschuld" (unterster Bereich) einfach nicht korrekt! Ein Unschuldsbeweis für einen (ob zu Recht oder Unrecht) Angeklagten ließe sich nur führen, wenn eine lückenlose Videoaufzeichnung aller seiner Handlungen vorliegen würde - was natürlich praktisch unmöglich ist. Daher gilt in Strafprozessen die Regel "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) - einfach weil es einen Beweis für den unteren schwarzen Bereich oftmals nicht gibt.

Pädophile und andere Täter-Lobbyisten betreiben das Verwischen / Verschleiern der Erkenntnis-Grenzen über "sicher bewiesen" / "unsicher" / "sicher widerlegt" absichtlich in großem Stil und in der Öffentlichkeit. Sie tragen daher m.E. eine erhebliche Mitschuld an all dem Leid, das den Wormser Familien widerfahren ist.

Relevanz von Gewaltanwendung

Wie aus der Täter-Forschung bekannt ist, brauchen einige Pädophile der Kategorie 3 oder höher keine oder nur wenig physische Gewalt einzusetzen, um ihre kindlichen Opfer sexuell zu missbrauchen. Sie suchen sich emotional ausgehungerte und zuwendungs-bedürftige Kinder, die ihrer emotionalen Überlegenheit nichts entgegensetzen können und oftmals scheinbar "freiwillig" mitmachen (sog. "gewaltfreie" Pädophilie; derartige Täter werden von Lautmann auch als "echte Pädophile" bezeichnet und als zu Unrecht kriminalisierte Opfer dargestellt, deren überirdisches Einfühlungsvermögen in die "wahren Bedürfnisse" von Kindern vollkommen verkannt werde; vgl. Verdrehungen und Umdeutungen).

Wer aus der angeblichen "Einverständlichkeit" ableitet, es handele sich nicht um ein Verbrechen (sondern sogar um eine "Wohltat" für die meist sozial schwachen Kinder), der argumentiert etwa auf dem gleichen Niveau wie jemand, der "Freiwillige" als Selbstmord-Attentäter rekrutiert und behauptet, diese wollten ja von sich aus Selbstmord begehen. Im Unterschied zu erwachsenen "Freiwilligen" können Kinder die langfristigen Folgen von nicht altersgemäßen sexuellen Handlungen für sich und ihre weitere psychosexuelle Entwicklung rein entwicklungsmäßig noch gar nicht überschauen.

Mäuse gehen ebenfalls "freiwillig" in eine tödliche Mausefalle. Giftköder funktionieren sogar vollkommen gewaltfrei. Auch die Wirkung dieser "scheinbaren Wohltat" ist für das betroffene Tier nicht sofort spürbar.

Realitäten in der Pädophilenszene

Das unten angegebene Buch von Gallwitz / Paulus stammt von einem Polizeipsychologen und einem Polizeipraktiker, die sich sehr gut in der Pädophilen-Szene auskennen. Sie berichten etwas, das in eklatantem Widerspruch zu öffentlichen Behauptungen von Pädophilen-Vertretern steht: Kinder-Pornos sind im Regelfall nicht gewaltfrei.

Ein extrem hoher Anteil der im Internet kursierenden Kinder-Pornos ist mit sado-masochistischen Praktiken durchsetzt.

Wie man bei Gallwitz / Paulus nachlesen kann, führt diese Art von extrem sadistischer Kinderpornographie bei den behördlichen Betrachtern, die diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben zwangsläufig ansehen müssen, regelmäßig zu Brechanfällen - ein Maß von Abscheulichkeit, für das es kaum Worte gibt.

Diese nachgewiesene Tatsache muss Konsequenzen haben.

Hier kommt das wahre Gesicht der Pädophilie zum Vorschein!

Man kann daraus folgern, dass die angebliche Gewaltfreiheit von pädophilem Sex nicht den Regelfall darstellt. Pädophile Phantasien haben offenbar nicht nur in der Theorie mit struktureller Gewalt und dem Machtgefälle zwischen Kindern und Erwachsenen zu tun.

Die (ggf. versteckte) Gewalt stellt offenbar ein Wesensmerkmal der Pädophilie dar.

Die gegenteilige Propaganda von Täter-Lobbyisten versucht also, die Öffentlichkeit über ihre wahren Motive zu täuschen.

Hier ist eine direkte Bestätigung meiner Analysen über die sadistische Dimension von Pädophilie bzw Päderastie, die ich in Form einer Selbstaussage in meinem Gästebuch gefunden habe:

Hierzu ein paar Anmerkungen:

Nicht-formale Betrachtung

Wenn jemand behauptet oder beteuert, er habe sexuelle Phantasien mit Kindern, die er nicht ausübe (Kategorie 2), dann ist er in etwa so glaubwürdig wie einer, der behauptet "ja, ich trinke zwar öfters Alk, aber ich bin kein Alkoholiker" oder umgekehrt "ich bin Alkoholiker, aber ich trinke nichts". Ich sage damit nicht, dass es solche Alkoholiker nicht gibt! Die gibt es sehr wohl, beispielsweise die sogenannten "trockenen Alkoholiker", die in ihrem Leben keinen Tropfen mehr anrühren dürfen, damit sie keinen Rückfall erleiden. Wie seit langem bekannt ist, gibt es anscheinend einige Formen chronischer Alkoholsucht, von denen man anscheinend nicht wirklich heilen kann, sondern lediglich trocken werden kann.

Das Problem mit diesen und ähnlichen Behauptungen ist folgendes: auch "nasse" Alkoholiker behaupten derartiges sehr häufig! Diese und ähnliche Behauptungen gehören zu den typischen Verdrehungen von Suchtkranken. Obwohl Alkoholismus im Gegensatz zu Pädophilie ab Kategorie 3 weder strafbar ist noch anderen Menschen außer sich selber direkt schadet, sind solche Leugnungen bei nassen Alkoholikern sehr weit verbreitet.

Wenn jemand also beteuert, er sei kein Alkoholiker, dann hat diese Beteuerung so gut wie keine Beweiskraft.

Das Problem ist folgendes: wenn beispielsweise ein Pädophiler, bei dem Kinderpornos gefunden wurden, behauptet oder beteuert, er gehöre zur Kategorie 2 und habe noch nie im Leben ein Kind in der Realität auf sexuell getönte Weise angefasst, dann kann dies zwar möglicherweise stimmen, aber es muss nicht stimmen. Falls er in Wahrheit der Kategorie 3 angehören sollte, wird er die gleichen Angaben und Beteuerungen machen wie jemand, der zur Kategorie 2 gehört - einen rein auf Beteuerungen basierenden "Beweis" der Zugehörigkeit zu Kategorie 2 gibt es nicht und kann es auch gar nie geben!

Die Frage, ob jemand zur Kategorie 2 oder 3 gehört, wird im Regelfall also nicht von außen entscheidbar sein, da man die Nicht-Existenz einer Handlung praktisch nicht nachweisen kann. Da ein Irrtum in dieser Frage verheerende Folgen für Kinder nach sich ziehen kann, sind in solchen Fällen unbedingt Sicherheits-Vorkehrungen angesagt!

Das Verantwortungs-Abwehr-System (VAS)

Das Verantwortungs-Abwehr-System ist bei Deegener (siehe Literatur) und an weiteren Stellen genauer beschrieben.

Im Falle von überführten Sexualstraftätern der Kategorie 6 hat man in zahlreichen Untersuchungen festgestellt, dass die weit überwiegende Mehrzahl von ihnen irgendetwas an ihrem Verhalten leugnet, sei es die Schädlichkeit des Missbrauchs, die Häufigkeit, oder sogar die gerichtlich festgestellte Tatsache als solche. Deegener bezeichnet diese typischen Täter-Behauptungen und -Verdrehungen als Verantwortungs-Abwehr-System (VAS).

Das VAS stellt ein durchgehendes Muster von innerpsychischen Abwehr-Strategien bei Tätern dar. Es führt dazu, dass man Eigenaussagen von Tätern grundsätzlich keinen Glauben schenken darf. Selbst gerichtsfest nachgewiesene Handlungen wurden falsch dargestellt (natürlich zugunsten der Täter-Seite), oder sogar geleugnet.

Im Volkmund würde man das VAS vielleicht vereinfachend als "Lügen-Syndrom" bezeichnen.

Das VAS hat praktisch die gleichen Auswirkungen wie das analoge Problem bei Alkoholikern auf die Glaubwürdigkeit von Aussagen, man gehöre selbst ausschließlich zur Kategorie 2, oder die Mehrzahl der "echten Pädophilen" gehörten in die Kategorie 2.

Neuere Untersuchungen über die erstaunlich hohen Rückfallraten von Nicht-Gelegenheitstätern der Kategorie 6 (teilweise auch nach scheinbar "erfolgreicher" Täter-Therapie) legen darüber hinaus nahe, dass zumindest einige Arten von Tätern ein suchtähnliches Verhalten zeigen.

Einige Sucht-Behandlungs-Praktiker wie z.B. Anne Wilson Schaef betrachten die Pädophilie als eine Form der Sexsucht.

Egal wie man zu dieser Hypothese steht: selbst wenn man das mögliche Vorhandensein einer Sucht-Problematik außer Acht lässt, sind Behauptungen über den Verbleib in Kategorie 2 wenig glaubwürdig. Die Mehrheit der nicht-pädophilen Bevölkerung (egal ob eher homo- oder heterosexuell orientiert) überschreitet im Laufe des Lebens irgendwann die Grenze von sexuellen Phantasien zur realen Ausführung; Sonderformen wie "ganz normaler" Sado/Masochismus (zwischen Erwachsenen) werden zwar nicht immer, aber doch recht häufig ausgelebt. Weshalb sollte dies ausgerechnet bei Pädophilen und Päderasten vollkommen anders sein?

Außerdem: wer bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, beispielsweise durch Besitz von Kinderpornographie, bei dem ist nach kriminalstatistischen Untersuchungen das Risiko weiterer Straftaten erhöht.

Wer einmal die Grenze von Kategorie 2 nach Kategorie 3 oder höher überschritten hat, der neigt nach vielfach bestätigten Untersuchungen zu Wiederholungen. Denn wer in Kategorie 6 angekommen ist, der hat fast immer eine regelrechte Täter-Karriere hinter sich, die in früheren Stadien schrittweise die Kategorien 2 und 3 durchlaufen hat.

Wer sich in Kategorie 2 bzw. 2a befindet, lebt (ähnlich zu Sucht-Anfälligen) in der ständigen Gefahr, in die nächsthöhere Kategorie zu geraten und eine Täter-Karriere zu beginnen, mit der er (im Unterschied zu Suchtkranken) nicht sich selber, sondern anderen Menschen (Kindern) schweren Schaden zufügt. Wie die Gewöhnungs- und Abstumpfungsprozesse verlaufen, die eine solche Täter-Karriere-Entwicklung in der Regel begleiten, ist in der u.a. Literatur genauer beschrieben.

Mit dieser Gefahr eines langsamen und schrittweisen Hineinrutschens in Täter-Verhalten sollte man nicht leichtfertig umgehen!

In Zeiten des Internets wird diese Gefahr durch Pädophilen-Foren und -Chats erhöht, in denen zur Nachahmung animiert, die typischen Verdrehungen nicht hinterfragt (sondern übernommen) und soziale Nachahmung praktiziert wird.

Wer Kenntnis davon erlangt, dass jemand mindestens zur Kategorie 2 gehört, der muss sich unbedingt die Frage stellen, ob von dem Betreffenden eine Gefahr für Kinder in seiner Umgebung ausgehen könnte. Bagetellisierungen oder gar Verdrehungen sind typisch für Täter der Kategorie 3 und höher, die sich aber als Kategorie 2 ausgeben!

Wichtig! ein geringer Aktivitätsgrad stellt keinen Schutz vor dem "Aufstieg" in eine der höheren Kategorien dar. Die meisten überführten Täter sind Gelegenheitstäter; viele davon haben nicht-pädophile sexuelle Hauptinteressen. Hieraus ist zu schließen, dass es viele "Gelegenheitspädophile" niederer Kategorien-Stufen geben muss, bei denen eine Fortentwicklung in eine höhere Klasse prinzipiell nicht ausgeschlossen werden kann.

Hier ist ein Unter-Artikel über Therapie von Pädophilen

Literatur