Die Geschichte von Aufrecht mit UTUs Texten

Vermutlich ab 1997: Christa knüpft weit reichende Email-Kontakte zu vielen anderen Überlebenden und zu Hilfsorganisationen. Einige der Texte und Email-Korrespondenzen aus dieser Phase sind auch heute noch in ihren späteren Webseiten zu finden. Im deutschsprachigen Internet sind damals noch keine eigenständigen privaten Webseiten zum Thema "sexueller Missbrauch von Kindern" bekannt; es gibt nur einige wenige Mailing-Listen und Newsgroups zum Thema. Lediglich im englischsprachigen Raum gibt es einige wenige Webseiten von "Survivors", wie sie damals genannt werden. Einige ältere professionelle Hilfsangebote von Vereinen oder Initiativen beginnen erst, das Internet als Medium zu entdecken. Das Internet hat sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig gegen proprietäre Netzwerke wie AOL, Compuserve oder BTX durchgesetzt; Google ist noch nicht einmal gegründet. Email ist zu diesem Zeitpunkt noch das erste große Massen-Kommunikationsmedium des Internets in Deutschland.
Frühjahr 1998 (evtl. auch schon Ende 1997): Christa beginnt als eine der ersten deutschen Missbrauchs-Überlebenden mit der Gestaltung eigener Webseiten, die jedoch noch nicht unter einer eigenen Domain erschienen sind. Sie sammelt Gedichte von anderen Überlebenden und Adressen von Anlaufstellen. Im HTML-Kommentar einer Link-Liste findet sich folgender Original-Zeitstempel, der den ältesten auffindbaren Beleg darstellt: "This file created 19:49 18.04.98". Innerhalb kürzester Zeit entsteht die umfänglichste private Überlebenden-Homepage der Gründerzeit. Zeugnis hierfür geben die (heute leider gekürzten) Archiv-Seiten ab /christa/Mai98.htm und folgende. Einige Original-Inhalte sind teilweise noch im Web-Archiv http://web.archive.org/web/*sa_/https://aufrecht.net zu finden, allerdings reicht dieses nicht bis zu den wirklichen Anfängen zurück. Nach enormer eruptiver Schaffenskraft stagniert die Fortentwicklung der Webseiten nach einigen Monaten (Christa schreibt über diesen Umstand auch in ihrer Selbstdarstellung - lesenswert).
14. Mai 1998 (wahrscheinlich jedoch schon früher): Christa veröffentlicht ihre teilweise schon vorher entstandenen / gesammelten Texte unter http://www.inngrafix.de/Aufrecht/. Ein unvollständig angepasstes Perl-Skript belegt, dass es eventuell bereits ein einfaches Gästebuch gegeben haben könnte, dessen Inhalt jedoch verschollen ist. Christa wagt sich damit als eine der ersten Missbrauchs-Überlebenden aus der Anonymität in die Öffentlichkeit. Nimmt man die Aussage im Intro von http://web.archive.org/web/20010520104924/kirisk.de/ ernst, dann müsste es sogar wirklich die allererste deutschsprachige Betroffenen-Webseite zum Thema "sexueller Missbrauch" gewesen sein, da sie nachweislich früher als im Herbst 1998 gestartet hat. Da es ab 1999/2000 eine regelrechte Explosion von Überlebenden-Seiten gab (die heute fast alle wieder verschwunden sind), ist eine genaue Nachprüfung der Faktenlage heute schwierig. Bei Recherchen im Web-Archiv wurden jedenfalls keine früheren dedizierten Missbrauchs-Überlebenden-Seiten gefunden: es gab einige professionelle Angebote von Ärzten und Therapeuten, beispielsweise das Anfang 1998 ins Internet gegangene http://web.archive.org/web/19990225154358/members.aol.com/MayRemus/. Weitere Berichte von Überlebenden aus dem Jahr 1998 sind kaum ausfindig zu machen: die Survivors-Rubrik in http://web.archive.org/web/19980210063910/http://selbsthilfe.solution.de/ hat im Februar 1998 mit Sicherheit noch nicht existiert, sondern ist erst im Dezember 1998 nachweisbar (der früheste Artikel dieser erst später aufgebauten Zusatz-Rubrik ist laut Fußzeile vom November 1998 datiert - liegt also höchstwahrscheinlich deutlich später als Aufrecht). Als ältere Betroffenen-Seite könnte eventuell noch http://web.archive.org/web/19991008093224/http://www.gegenwehr.de/ gelten, die am 1.1.1998 eröffnet hat, sich jedoch ausdrücklich mit der Vergewaltigung von Frauen und nicht mit sexuellem Missbrauch von Kindern beschäftigt (hierfür jedoch ebenfalls den Begriff "Überlebende" benutzt). Eventuell könnten auf kostenlosen privaten Webspaces von AOL und anderen (meist amerikanischen) Providern wie Beepworld, Geocities oder Tripod auch schon vorher private Homepages existiert haben, in denen nebenbei auch sexueller Missbrauch thematisiert wurde; diese lassen sich jedoch heute nicht mehr ohne weiteres aufspüren, da die Web-Archive unvollständig sind. Insgesamt spricht vieles dafür, dass Christa die erste deutschsprachige Missbrauchs-Überlebende war, die sich mit vollem Namen auf ihrer Homepage "geoutet" hat.
14. August 1998 (nach WHOIS exakt bestimmbar): Christa registriert die Domain aufrecht.net und veröffentlicht ihre teilweise schon vorher entstandenen Texte nun unter aufrecht.net; auf der Inngrafix-Seite wird eine Umleitung auf die neue Domain eingerichtet. Eine noch vorhandene Webserver-Statistik belegt, dass der erste Zugriff auf den neuen Webserver bereits am 12. August 1998 stattgefunden hat; dies dürfte jedoch ein Probebetrieb gewesen sein.
22. Oktober 1998: Der erste Gästebuch-Eintrag wird beim Provider parsimony.net geschrieben. Autor ist der spätere Moderator des Solution-Survivor-Forums.
19. Februar 1999: Das erste Test-Posting wird bei f2.parsimony.net/forum2769/ geschrieben. Damit ist das erste Aufrecht-Forum (1) eröffnet. Diesen Provider (und damit auch das damals kostenlose Forum sowie Gästebuch) gibt es heute leider nicht mehr, auch die öffentlichen Web-Archive enthalten leider kaum Material darüber. Der Zugang war frei, d.h. jeder konnte ohne Voranmeldung dort schreiben, musste jedoch seine Email-Adresse angeben. Interessanterweise wurde das erste echte Themen-Posting erst am 23.6.1999 geschrieben; bis dahin hat sich offensichtlich niemand getraut, das neue Medium thematisch zu nutzen und die gesellschaftliche Tabuisierung zu durchbrechen. Es besteht Grund zur Annahme, dass es das zweite deutschsprachige Selbsthilfe-Forum speziell für Überlebende sexuellen Missbrauchs war (hinter dem Solution-Forum, in dem sich anfangs ebenfalls monatelang kaum jemand meldete). Eine regelrechte Welle von Missbrauchs-Outing und eine Flut entsprechender Postings brach erst Ende 1999 / Anfang 2000 in beiden Foren los; dann aber lawinenartig.
Durch 1998 und 1999 hindurch: Einer der stillen Mitleser bei den Inngrafix-, später Aufrecht-Seiten und im parsimony-Forum ist auch Utu. Vor dem Aufrecht-Forum (1) gab es nach seinen damaligen Web-Recherchen nur ein einziges weiteres deutschsprachiges Themenforum über sexuellen Missbrauch: das heute nicht mehr existierende Solution-Forum (s.o.).
Zwischen Februar und Juni 2002 (genaues Datum nicht bestimmbar): Das ursprünglich kostenlose Parsimony-Forum (1) wird kostenpflichtig. Christa eröffnet daher ein neues Forum (2) beim Provider 1ab.de, den es heute leider ebenso wie parsimony nicht mehr gibt. Da sich die User über die schlechte Forensoftware von 1ab beschweren, eröffnet Christa bald darauf ihr drittes Forum (3) beim Provider Forumromanum. Zwar gibt es diesen Provider heute noch, aber alle Postings vor 2003 sind leider nicht mehr vorhanden.
20. bis 22. September 2002: Ein User-Treffen findet statt. Christa ist auch dabei.
Jahreswechsel 2002/2003: Christa ist plötzlich nicht mehr erreichbar, das Forum wird nicht mehr administriert. Alle Nachforschungen nach ihr bleiben monatelang erfolglos, da sie in einer persönlichen Krise steckt.
17. April 2003: Ein Täter-Sympathisant erscheint im Forum (3) mit Sprüchen wie "wer tut hat recht". Spätere Nachforschungen ergeben, dass er einige Zeit danach offenbar in einem anderen Forum von Sex mit einer minderjährigen Überlebenden geschwärmt hat. Sein Erscheinen vertreibt einige der Stamm-Userinnen; es entstehen Konflikte und Meinungsunterschiede über den Umgang mit ihm; mangels Administration kann ihm kein Einhalt geboten werden. Das Foren-Klima ändert sich dadurch vollkommen. Während der Täter-Sympathisant anfangs die meisten Teilnehmerinnen stört, findet er unter einigen wenigen auch Anhängerinnen für sich und seine Thesen. Ein Spaltungs-Prozess beginnt. Im Laufe mehrerer Monate wechseln jedoch immer mehr Forenteilnehmerinnen auf die Seite des Täter-Sympathisanten.
13. Mai 2003: Alexa gründet das "Aufrecht-Ersatzforum" (4) mit administrierbarer Zugangsbeschränkung als Gegenmaßnahme gegen den Täter-Sympathisanten. Utu schließt sich an. Einige Teilnehmerinnen sind jedoch dagegen und machen Front gegen das Ersatzforum und ihre Gründer. Der schon vorher begonnene Spaltungsprozess unter den Forenmitgliedern weitet sich aus. Im Laufe der folgenden Monate werden die Angriffe gegen Alexa und Utu immer heftiger und persönlicher.
13.-16. Juni 2003: Das letzte User-Treffen findet statt, organisiert von der Userin Carry.
15. August 2003: Die Domain aufrecht.net geht wegen Nichtverlängerung des Vertrages unangekündigt außer Betrieb; die Webseiten sind plötzlich nicht mehr erreichbar. Das Forum (3) ist nur noch für diejenigen erreichbar, die einen direkten Link in ihren Bookmarks hatten. Alle Nachforschungen nach Christa bleiben weiterhin erfolglos.
August / September 2003: Utu versucht, die Domain aufrecht.net zu retten. Anfangs scheint dies dank der großen Hilfsbereitschaft des damaligen Webhosting-Providers zu gelingen; dieser Erfolg währt jedoch nur kurz, da sich die Domain wegen fehlender Identifikations-Dokumente trotz Geldzahlungen beim Registrar nicht dauerhaft festhalten lässt. Domain-Jäger versuchen, die bald freiwerdende Aufrecht-Domain für andere Zwecke umzuwidmen. Immerhin können dank großzügiger Mithilfe des Providers Christas Server-Daten gerettet werden. Währenddessen spitzen sich die Auseinandersetzungen im Forum um den Täter-Sympathisanten zu. Das Forum wird in zwei Lager gespalten. Viele weitere User gehen still weg; manche wurden bis heute nicht wieder gesehen. Um Drohungen mit juristischen Konsequenzen und Einschüchterungsversuchen zu begegnen, gibt Alexa eine kostenträchtige Rechtsauskunft in Auftrag: die "eigenmächtige" Rettung der Server-Daten und der Domain entspricht der "Geschäftsführung ohne Auftrag" laut BGB und ist damit nicht nur rechtens, sondern sogar geboten.
17. September 2003: Trotz einiger Anfeindungen gründen Alexa und Utu zusammen die Webseiten "aus Trümmern", damals unter der Domain www.aus-truemmern.net. Das Aufrecht-Ersatzforum (4) wird in "Forum aus Trümmern" umbenannt, da mit juristischen Konsequenzen wegen angeblich unberechtigter Verwendung des Begriffes "Aufrecht" gedroht worden war. Die neue Domain dient als notdürftiger Ersatz für die offline gegangenen Aufrecht-Seiten und als Ausgangsbasis für das moderierbare Forum (4). Neben Alexas neuen Seiten werden Christas alte Seiten dorthin kopiert, um sie wenigstens für die Nachwelt zu erhalten. Als Reaktion auf die Dynamiken rund um den Täter-Lobbyismus werden die ersten Forenregeln für das Trümmerforum gemeinsam ausgearbeitet.
Anfang bis Mitte Oktober 2003: Utu und Alexa gelingt es zusammen, Christas Aufenthaltsort herauszufinden und mit ihr persönlichen Kontakt aufzunehmen. Sie ist sofort bereit, die Weiterpflege der Seiten und des bisherigen Forums (3) an die beiden zu übertragen. Hierüber wird ein schriftlicher Vertrag gemacht (datiert vom 19. Oktober 2003).
19. Oktober 2003: Das darniederliegende und von heftigem Streit durchsetzte alte Aufrecht-Forum (3) wird geschlossen. Das Tätersympathisanten-Lager war großteils schon vorher in ein weiteres abgespaltenes externes Forum umgezogen, das es heute nicht mehr gibt.
Oktober 2003 bis August 2004: Christa ist bereit, die Domain aufrecht.net zu übertragen. Dies stößt jedoch auf ständig sich wiederholende technische und organisatorische Schwierigkeiten (z.B. Identitäts-Nachweis mittels Geburtsurkunde). Dadurch verzögert sich die Domain-Übergabe (KK-Antrag) für aufrecht.net um viele Monate bis zum Frühjahr/Sommer 2004. Utu muss viel Zeit und Geduld in Emails und Telefongespräche mit amerikanischen Supportern und Hotlines investieren, die ständig immer nur die gleichen Textbausteine abspulen und am Telefon auch nicht wirklich weiter wissen. Erst im August 2004 gelingt es endgültig, die traditionelle Domain aufrecht.net wirklich sicher zu erhalten und Christas Texte wieder zuverlässig und ohne diverse Umwege erreichbar zu machen. Wegen der langen Zwangspause sind kaum noch Links von anderen Webseiten vorhanden, und das Ranking bei Suchmaschinen liegt im absoluten Keller. Danach dauert es noch mehr als ein weiteres Jahr, bis die Seiten wieder einigermaßen publik werden.
Anfang November 2003 bis heute: Trotz Anfeindungen beginnt Utu, eigene Texte zu verfassen und neben Christas Original-Seiten zu stellen (anfangs noch unter der Ersatz-Domain www.aus-truemmern.net). Zeugnis für diese erste Entstehungsphase ist der Text "Mutter", der seitdem als einziger inhaltlich unverändert gelassen wurde (lediglich um einen Anhang ergänzt). Die Texte wachsen zu einem ausführlichen Nachschlagewerk über fast alles an, was mit sexuellem Missbrauch zusammenhängt.
6. Februar 2004: Zur Überbrückung der immer noch andauernden Nichterreichbarkeit von aufrecht.net meldet Utu die Domain www.aufrecht.info an und bringt Christas Seiten zusammen mit Utus Texten dort nebeneinander heraus. Die völlig neue Domain ist jedoch kaum bekannt und hat anfangs fast gar keine Besucher.
März 2004: Die Doppel-Leitung des Trümmer-Forums (4) zerbricht ohne öffentliches Aufsehen. Alexa lässt ohne Kenntnis von Utu mehrere der vormaligen Täter-Sympathisanten-Sympathisanten ins Forum (4), deren Hausverbot vorher gemeinsam beschlossen und durchgesetzt worden war. Eine dieser Wieder-Zugänge erklärt ganz ausdrücklich, mit persönlichen Angriffen gegen Utu nicht aufhören zu wollen. Dennoch will Alexa das bereits geschaffene Faktum der Wiederzulassung nicht rückgängig machen. Utu bleibt nichts anderes übrig, als das Trümmer-Forum (4) zu verlassen. Er beschließt, das zerstörte alte Aufrecht-Forum (3) wieder zu beleben. Am Telefon einigen sich Alexa und Utu darauf, die beiden Foren (das alte immer noch geschlossene Aufrecht-Forum (3) und das neue Trümmer-Forum (4)) nicht mehr wie vorher gemeinsam, sondern jeweils in getrennter Verantwortung zu betreuen.
20. April 2004: Das alte Aufrecht-Forum (3) schleppt ein schweres Erbe mit sich. Utu eröffnet daher ein neues Forum (5) bei Forumromanum, das seine Forenregeln zunächst vom Trümmerforum erbt und erst später selbstständig weiterentwickelt wird. Zum Schutz vor ungebetenen Gästen wird die Account-Freigabe nach Registrierung eingeführt. Da alle User während der Zwangspause entweder in das externe abgespaltene Forum oder zum vorher gemeinsam mit Alexa aufgebauten Trümmer-Forum (4) umgezogen sind, startet dieses neue Forum (5) komplett bei Null.
7. August 2004: Utu gelingt es endgültig, die Aufrecht-Domain aufrecht.net wieder verfügbar zu machen (siehe Erklärungs-Posting). Ein komplett neuer Teilnehmerstamm für das neue Forum (5) baut sich wegen der schlechten Web-Popularität nur sehr schleichend wieder auf. Nach anfänglicher Öde erreicht das Forum bei Forumromanum (5) im Laufe der Jahre Teilnehmerzahlen von mehr als 1000 (einschließlich registrierter Nur-Leser).
12. - 16. August 2004: Utu erhält am 12. August eine Email von einem Ex-Mitglied des alten Forums, wonach Utus Erklärungs-Posting vom 7. August angeblich Christa schaden würde; er solle es zurücknehmen. Am 15. August meldet sich Christa unerwartet bei ihm per Email, dass sie von Alexa telefonisch diese Vorwürfe erfahren habe. Trotz starker Belastungen durch einen Trauerfall schaut sich Christa den Vorgang genauer an und scheibt am nächsten Tag folgendes per Email an Utu (Originalzitat Date: Mon, 16 Aug 2004 10:51:32 +0200):
wenn es mehr theater mit alexa gibt, dann möchte ich, dass du die seite alleine weiterführst, ich will diese scheisse nicht.
Soviel zur angeblich nicht vorhandenen Legitimation von Utu für die Weiterführung von Aufrecht, über die bis heute immer wieder Falschbehauptungen verbreitet werden.
17. Februar 2005: Um einen besonderen Schutzraum zu schaffen, wird ein zusätzliches geschlossenes Unterforum angelegt, zu dem nur freigeschaltete Mitglieder Zugang haben. Beide Unterforen sind jedoch noch gemischt.
11. August 2005: Nach dem Offenbarwerden von Stalking-Fällen werden die Frauen- und Männer-Foren getrennt. Auch das geschlossene Forum wird in zwei getrennte Unterforen aufgespalten.
Dezember 2006 bis Februar 2007: Zweite große Forenkrise. Eine Foren-Teilnehmerin greift eine andere an, unterstellt, dass sie keine Überlebende sei und "diagnostiziert" angeblich schwere psychische Störungen ("Münchhausen-Syndrom"). Die Forenleitung versucht anfangs, die Wogen zu besänftigen. Dies gelingt jedoch nicht, da hinter den Kulissen die bei Forumromanum vorhandenen "privaten Nachrichten" (PMs) für immer heftigere versteckte Attacken unter der Gürtellinie benutzt werden. Über die PMs war schon vorher ein unsichtbares weit verzweigtes privates Kontakt-Netzwerk aufgebaut worden. Dieses PM-Netzwerk wird nun dazu missbraucht, um Falschinformationen wie angebliche psychische Diagnosen und angebliche Täterschaften einzelner Teilnehmer weiter zu verbreiten, Angst zu verbreiten, Teilnehmer zu diskreditieren und Stimmungen zu schüren. Die PMs lassen sich bei Forumromanum nicht sperren. Die Initiatoren dieser Dynamik gründen woanders ein anderes Forum und bringen heimlich viele Forenteilnehmer per PMs dazu, dorthin abzuwandern. Als die Forenleitung endlich von diesen heimlichen Aktivitäten erfährt, ist es zu spät für ein Gegensteuern. Die Mehrheit der Forenteilnehmer ist heimlich erfolgreich abgeworben worden. Einige wenige Leute bleiben aber noch bei der Stange; später kommen noch ein paar Abgewanderte zurück. Das abgespaltene Forum existiert zwar heute noch, hat danach aber keinen nennenswerten Zulauf mehr gehabt. Dennoch haben diese Ereignisse tiefe Spuren hinterlassen. Das komplette Konzept wird in der Folge überdacht und überarbeitet.
Februar / März 2007: Als Reaktion auf die zweite große Forenkrise wird das Foren-System komplett neu aufgestellt. Da sich die "privaten Nachrichten" (PMs) bei Forumromanum nicht abschalten lassen, wird ein eigener virtueller Server gemietet und darauf eine komplett neue Forensoftware (6) installiert und speziell an die Bedürfnisse von UTUs Texte angepasst. Die stark erweiterten Forenregeln gewinnen immer mehr an Gewicht und die Frauen-Foren werden zeitweise von eigenen Moderatorinnen betreut. Das neu eingerichtete Forum (6) erholt sich rasch von der Krise und bekommt im Laufe der Zeit wieder viel Zulauf. Allerdings bewährt sich das Moderatorinnen-Konzept nicht auf Dauer, da es relativ einfach für versteckte Sonderinteressen ausgenutzt werden kann.
10. Dezember 2009: Der bisherige Server-Provider schaltet den Server und damit auch das Forum (6) unangekündigt ab. Bei einem Telefongespräch äußert sich der Provider mit abschätzigem Unterton über die Webseiten, die auf dem Server gehostet werden. Angeblich ist er von jemandem (der sich anscheinend nicht an die im Impressum beschriebene Vorgehensweise halten will) auf €200.000,- an Schadensersatz wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung in Christas Texten verklagt worden. Um das Problem zu umschiffen, wird auf die Schnelle ein Ersatzserver bei einem neuen Provider in Betrieb genommen, von dem das beanstandete Gedicht aus Christas Gründerjahren sicherheitshalber entfernt wurde. Da das letzte Backup des Forums einige Monate alt ist und der alte Provider keine Daten mehr herausrückt, bleibt nichts anderes übrig, als einen neuen Server bei einem neuen Provider zu mieten und dort ein neues Forum (7) zu starten. Trotz mehrfacher Aufforderung nimmt der alte Provider den bereits im Voraus bezahlten alten Server nicht wieder in Betrieb und gewährt keinen Zugriff auf die darauf gespeicherten Daten, darunter auch viele Emails. Am 3.3.2010 stellt der alte Provider seinen Geschäftsbetrieb ein, nachdem er Konkurs angemeldet hatte. Die Konkursmasse wird von einem Nachfolger-Provider aufgekauft. Dieser gewährt endlich wieder Zugriff auf die Daten; eine Wieder-Verschmelzung der Foren (6) und (7) würde jedoch zu hohen Aufwand verursachen.
Anfang Juni 2011: Utu ist beruflich so stark eingespannt, dass er die Betreuung der Foren (7) nicht mehr schafft. Er fragt Alexa, ob sie die Moderation der Foren übernehmen würde, sofern sie seine Moderation von der Moderation ihres Trümmer-Forums streng getrennt hält. Alexa sagt dies zu.
7. Juni 2011 Eine Forenteilnehmerin, die ungefähr ein Jahr früher freigeschaltet worden war und in dieser Zeit extrem viele Postings verfasst hatte, verlässt unter Protest das Forum, weil sie laut Email-Aussagen angeblich die Führung des Forums innegehabt hätte und ganz uneigennützig eine "Selbsthilfegruppe" im Forum aufgebaut hätte, die Utu nun angeblich zerstören würde, weil er ihr Alexa "vor die Nase setzen" würde. Utu weiß davon nichts und ist extrem verwundert, was in seinem Forum hinter seinem Rücken so alles vor sich geht.
24. November 2011: Dritte Forenkrise (im Geschlossenen, mit scheinbar geringeren Kollateralschäden): Utu übernimmt wieder die alleinige Moderation der Foren, nachdem sich mehrere gravierende Missstände herausgestellt hatten. Unter anderem war bereits vor Monaten eine stille Mitleserin ins Geschlossene freigeschaltet worden, von der niemand außer Alexa etwas wusste. Einige Forenteilnehmerinnen beschwerten sich, dass ihr Vertrauen damit grundlegend hintergangen wurde. Es hatte weitere Eiltempo-Freischaltungen für das Geschlossene von Leuten gegeben, die im Forum kaum bekannt waren. Wie sich ebenfalls herausstellte, waren darüber hinaus Bagatellisierungen von Pädophilie und anderes Täter-Lobby-Gedankengut im Forum verbreitet worden. Originalzitat aus einem Posting vom 15. November 2011 20:41:
Die Mehrheit echt pädophil veranlagter Menschen leiden an ihrer Krankheit und halten sich ganz bewusst von Kindern fern.
12. November 2012: Offizielle Beendigung der Zusammenarbeit zwischen Utu und Alexa. Von Alexa per Email am 14.11.2012 bestätigt.
Oktober / November 2012: Vierte Forenkrise (im Geschlossenen): Trotz klarer Forenregeln wird offenkundige Werbung für 12-Schritte-Gruppen im Geschlossenen gemacht. Utu recherchiert zu diesem Thema und findet zu seinem Entsetzen klare Parallelen zwischen dem von ihm beobachteten Verhalten einiger Forenteilnehmer und dem in der Literatur beschriebenen Verhalten von Anhängern dieser weit verbreiteten sektenartigen Gruppierungen. Nach weiteren Recherchen entdeckt er frappierende Hinweise, dass bei so gut wie allen vorigen Forenkrisen / Foren-Belastungen erklärte oder halbwegs versteckte Mitglieder / Sympathisanten von 12 Schritten eine Rolle / manchmal sogar Schlüsselrolle gespielt haben mussten. Utu zieht Konsequenzen am 6.11.2012, legt alle Pläne für ein neues verbessertes Aufnahmeverfahren auf Eis und schließt das Forum (7) vorläufig für die Öffentlichkeit. Nachdem mehrere Gelegenheiten für die Forenteilnehmerinnen zur Distanzierung von 12 Schritten ohne große Resonanz verflossen sind, schließt Utu das Forum (7) am 20.11.2012 endgültig.
Heute: Aufrecht mit UTUs Texten dürfte nicht nur die älteste deutsche Missbrauchs-Betroffenen-Website, sondern vermutlich auch die einzige Überlebenden-Seite aus der Gründerzeit von 1998 sein, die bis heute alle Widrigkeiten überstanden hat und weiter gepflegt / ständig erweitert wurde. Utus Texte sind inzwischen auf fast 90 Artikel angewachsen, die rund 2 GB Webspace belegen.